Archiv für die Kategorie ‘Japan’

6 May
2012 by Phil

Wenn die Polizei an der Türe klingelt

Ich war gerade dabei meinen sonntaglichen Wohnungsputz durchzuführen (ich entführe jeweils ein Kind aus der Nachbarschaft und lasse es erst wieder frei wenn die Wohnung blitz blank ist), als es an der Tür klingelte. Es war die Polizei.
Der Herr Polizist gab mir so etwas wie einen Notfallzettel den ich ausfüllen sollte. Es geht darum, dass im Falle eines Erdbebens, Hausbrandes oder sonst was die Polizei weiss, wer genau hier wohnt und wen man im Falle eines Unglücks benachrichtigen soll. Macht eigentlich noch ziemlich Sinn.
Ich füllte den Zettel aus und 10 Minuten später kam er dann wieder vorbei um ihn einzusammeln. Da ich nicht ganz alles lesen konnte was ich auszufüllen hatte, füllten wir den Rest halt noch zusammen aus. Interessanterweise wollte er als Benachrichtigungsperson nur jemanden innerhalb von Japan… ich schrieb also die Kontaktinformationen eines Mitschülers auf.

Das wars auch schon, war aber eine nette Begegnung. Danach konnte ich mein Putzkind wieder aus dem Schrank holen.

4 May
2012 by Phil

Neko Café (Herumhängen mit Katzen)

Neko heisst auf jap. “Katze” und Café heisst “Giraffe”. In Tokyo gibt es über 30 Neko Cafés, wo man wie in einem gemütlichen Café herumhängen, lesen, am Laptop arbeiten e.t.c. kann. Plus es hat Katzen.
Ich war heute zusammen mit Ian (ein Mitschüler) in einem Neko Café (299, Ikebukuro). Die Story in Bildern:

Empfang
Wir zogen unsere Schuhe aus und schlüpften in die bereitliegenden Hausschuhe. Die Empfangsdame war sehr freundlich und sprach extra langsam und deutlich, so dass wir auch sicher alles verstehen konnten. Man wird aufgefordert, die Hände zu desinfizieren und dann kriegt man einen Karte auf welche die aktuelle Zeit gedruckt wird.
Abgerechnet wird nach Zeit. 10 Minuten sind ungefähr 2CHF. Rabatt gibts ab 1.5 Stunden. Ein Tagespass kostet 35CHF.

Einrichtung
Alles sehr gemütlich! Teppichboden, viele Sofas und sogar einige Massagestühle. Es gibt Handyladestationen und Arbeitsplätze für mit Laptop und natürlich viel Spielzeug für die Katzen.
Da Kinder nicht erlaubt sind (that’s why), bleibt es auch immer schön gemütlich;)

Die Katzen
Der Platz mit dem Blick in die Freiheit scheint beliebt zu sein…
Die Katzen haben sich definitiv an die Besucher gewöhnt. Es kümmert sie nämlich keinen Scheiss! Die meisten hängen an ihrem Lieblingsort rum und man kann noch so mit einem dieser Katzenspielzeuge herumwedeln… es hinteressiert sie einfach nicht mehr.
Natürlich gibt es auch immer einige Katzen die rumlaufen, aber auch da: they don’t give a fuck about you!. Eine Katze konnten wir kurz mit so einem Wedel mal anlocken, sie war dann aber schnell wieder weg.

Fütterung
Futter im Anmarsch. Grosses Fell-WirrWarr

Wir hatten das Glück, gerade zur Fütterungszeit dort zu sein. Fünf Minuten vor der Fütterung waren plötzlich alle Katzen sehr aktiv und irrten wild umher. Die Fütterung läuft dann aber schön geregelt. Jede Katze hat ihr persönliches Menü (je nach aktueller Diät und so) und wird gelehrt, auch nur aus der eigenen Schale zu fressen.
Die Neko Café Dame beobachtet die Speisenden ständig. Eine Katze frass dann Tatsächlich kurz aus einer anderen Schale. Bad Idea! Frau Neko packte sie und schnauzte sie (mit bösem Ton aber liebevollen Worten) an. Danach wurde die Katze blosgestellt und Frau Neko sagte (hier Pseudo-hohe-Katzenstimme ausenken) “Schaut mich an, ich bin eine böse Katze. Ich habe aus einer fremden Schale gefressen. Ui ui ui, das hätte ich nicht tun sollen”
Das sah dann so aus:

Fazit
Ich hatte mir das ganze ein bisschen “aktiver” (mehr Katzen-Mensch Interaktion) vorgestellt. Wenn man aber kurz überlegt ist es nur normal, dass die Katzen nicht Stundenlang, Tag für Tag mit Menschen spielen wollen. Trotzdem eine nette Erfahrung und die Location ist wirklich supergemütlich und ich kann mir schon vorstellen dort zum Lernen oder so mal wieder hin zu gehen.

P.S. Hitlercat war auch dort:

P.P.S. Die FAQ Webseite des Neko Café mit dem Google Translater übersetzt ist absolut köstlich.

2 May
2012 by Phil

Einblicke in die japanische Sprache: Geräusche und Zustände (Onomatopoesie)

Im Japanischen können gewisse Geräusche wie auch im Deutschen geschrieben werden. Bekannt sind da z.B. Tiergeräusche:

Tier         Deutsch     Japanisch
Katze miau nyaa nyaa
Maus piiieeep chuu chuu
Schwein grunz buu buu
Hund wauwau wan wan
Pferd hüüüü hi hiin
Krähe krächz kaa kaa
Frosch quaack kero kero

Dann gibt es aber noch Geräuschbezeichnungen für alles mögliche, bei dem ich gar nicht weiss was es auf Deutsch wäre.

stampfen dosun dosun
etwas rollt goro goro
herzklopfen doki doki
tropfen fallen potsu potsu
leichtes regnen poro poro
regnen in strömen zaa zaa
am kopf kratzen kari kari
schnarchen guu guu
papier zerreissen bari bari
eins in die fresse hauen bashi bashi

Ihr habt vielleicht gemerkt, dass es sich (fast) immer um so doppeldinger handelt. Es ist also so, dass das zeug immer zwei mal gesagt werden muss z.B. einfach nur poro statt poro poro geht nicht.

Diese Ausdrucksart wird aber nicht nur für Geräusche, sondern auch für Zustände verwendet. Ich glaube nicht, dass wir im Deutschen etwas vergleichbares haben…

im Kimono gehen/kleine Schritte shanari shanari
grosse Schritte suta suta
lächeln (ohne geräusch) niko niko
fies grinsen niya niya
versteckt lächeln kusu kusu
laut loslachen gera gera
langsam/faul guzu guzu
sehr hungrig sein peko peko
erschöpft sein kuta kuta
verwirrt sein mago mago
Knie schlottern vor Angst gaku gaku
Blenden/Grell gira gira

Diese Ausdrücke werden z.B. in Mangas zur Verdeutlichung einer Szene verwendet, können aber auch im normalen Sprachgebrauch als Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Beispiel: Sie lächelte niko niko oder sie ging shanari shanari nach Hause.

Hier eine (ziemlich ungeordnete) Auflistung diverser solcher Ausdrücke. Für mehr Fachausdrücke und Infos zu dem Thema gibts die Wikipedia-Seite

Falls nicht bereits durchgelesen:

1 May
2012 by Phil

Haare schneiden

In Tokyo hat es pro Quadratkilometer im Durchschnitt etwa drölfundzwanzig Friseursalons oder anders gesagt: Die Anzahl Friseure ist Kongruent zu der Anzahl Getränkeautomaten.
Die meisten dieser Salons sehen aber sehr Frauenorientiert aus und einen Haarschnitt kostet so um die 60CHF. So ging ich in ein kleines Seitengässchen um die Ecke in einen Barbershop, wo draussen keine Preise angeschrieben waren und auch nicht irgend einen französisch klingenden Namen hatte (er hatte gar keinen Namen).
Foto: Google Streetview, da ich nicht auf die Idee gekommen bin ein Foto zu machen und zu faul war um nochmals hin zu gehen um ein Foto zu knipsen

Drinnen hatte es drei so Hängerstühle, einen Vogel im Käfig, ein Aquarium und den älteren Haarschneideheini. Gefällt mir!
Er nahm seine Arbeit sehr ernst und mischte seinen eigenen Rasierschaum um dann auch noch die Nackenhaare mit der Machete wegzuhauen. Wie das in einem Barber Shop halt so üblich ist. Auf Konversation wure auch verzichtet, der Vogel im Käfig hatte jedoch so einiges mitzuteilen (auf Vogel-Piieps-Japanisch).
Ich habe jetzt einen Haarschnitt den ich noch nie hatte und sehe etwa so aus:

Das ganze kostete mich 17CHF und somit weniger als ich je irgendwo in der Schweiz bezahlt habe.

Relevant:

30 Apr
2012 by Phil

Die Kebab-Susi in Tokyo

Es gibt wohl keinen Ort auf der Welt, wo es keine Dönerbuden gibt. So trifft man auch in Tokyo auf Kebabverkäufer, welche selbstverständlich nicht einfach nur einen “normalen” Kebab oder Dürüm anbieten können. Den Dürüm gibts nur zusammen mit Pommes (im Dürümdingdrin). Dafür gibts hier auch noch Kebab Susi… ich hoffe mal, so schreibt man nun mal Sushi auf türkisch. Alles andere wär recht übel.

Ich weiss ja auch nicht wie ich es finden würde, wenn ein Kebabverkäufer in der Schweiz noch Fondue mit Dönerfleisch anbieten würde… aber scheinbar gibts für so einheimisch/fremd-food mix hier interessen. So wird auch noch der Kebab Onigiri angeboten:

Immerhin gibt es verschiedene Saucen zur Auswahl, was verhindert dass man wie in der Schweiz noch sagen muss “mit Scharf!”, was meistens trotzdem nichts bringt.

Wegen dem Totenkopf und dem Hinweis man soll dieses Sauce nicht bestellen wenn man zu schwach dafür sei, hab ich dann zu meinem “Hot Sando” (Kebabsandwich mit Käse) eine übliche Sauce genommen und auf das Ultra Hot Experiment verzichtet.

30 Apr
2012 by Phil

Touchscreen Getränkeautomat

Ist ja in Japan nichts neues, darf hier aber trotzdem nicht fehlen: Getränkeautomat mit Riesentouchscreen…

29 Apr
2012 by Phil

Erdbebentauglicher Getränkeautomat

Gerade diese Woche wurde uns wieder mal gesagt, es wäre gut zu Hause mindestens eine 2-Liter Wasserflasche zur Not bereit zu haben.
Habe ich natürlich nicht. Ich würde im Notfall einfach den Getränkeautomat vor meiner Haustür mit Gewalt ausrauben.
Damit man in Zukunft im Notfall (kein Strom und so) auch friedlich die Getränke aus dem Automaten locken kann, gibts da diese Idee vom Automat mit Handkurbel um den nötigen Strom zu liefern.

70 mal Kurbeln, danach 20 Sekunden warten bis der Automat gebootet hat (are you running a fucking computer or what?)… sehr effizient erscheint mir das nicht. Wahrscheinlich wird der Strom benötigt um per Mobilfunk dem Dienstleister mitzuteilen, ob er vorbeikommen muss um den Automaten nachzufüllen oder nicht. Würd mich nicht mal wundern wenns so wäre.

Funny Fact am Rande: Gerade als ich diesen Eintrag am schreiben war hat die Erde hier mal wieder gebebt.
via

29 Apr
2012 by Phil

Autofreie Sonntage


Am Sonntag sind diverse Stadtteile in Tokio Autofrei. Dies weil der Sonntag für viele der Shopping-Tag ist, da sie an allen anderen Wochentagen arbeiten müssen. Um das herumschlendern zwischen den verschiedenen Shops angenehmer zu machen, werden die Strassen in Fussängerzonen umgewandelt. Schon noch ziemlich cool einfach so mitten auf der Strasse herumzulaufen.
Weniger cool ist dann, wenn man an einem Sonntag tatsächlich auch mal was kaufen will. Ich wollte mir da so special-T-Shirts kaufen. Diese befanden sich im 11ten Stock des Einkaufshauses. Man musste anstehen um die Rolltreppen benützen zu können und auf jedem Stock musste man durch so ein Absperrbandlabyrinth gehen bis man zur Rolltreppe für den nächsten Stock kam. Ich brauchte 10 Minuten um mein Ziel zu erreichen. Abwärts dann wieder dasselbe. Crazy.