Archiv für die Kategorie ‘Phil’s Life’

11 May
2009 by Phil

Biometrische Pässe

Toll. Dies ist wahrscheinlich die erste Abstimmung seit dem ich Abstimmen darf, die mich wirklich interessiert und bei der ich gerne meine Stimme abgeben möchte.
Aber nein, ich sitze hier in Tokio und ärgere mich darüber dass ich erst Heute auf heise.de gesehen habe dass am kommenden Sonntag diese Abstimmung anliegt.
Dies ist jetzt leider ein wenig knapp. Die Abstimmungsdokumente per Express hin und her senden würde eventuell noch klappen aber ist schon grad ein bisschen sehr aufwändig.

Daher bitte ich einfach dich liebe/r Leser/in: Falls du keinen Plan hast was du bezüglich dem Biometrischen Pass abstimmen solltest, so kannst du gerne meine Stimme/Meinung übernehmen… und die wäre:
NEIN

Wieso Nein? Ich will da keine grossen Reden halten… steht ja eh alles schon irgendwo geschrieben.
Relativ nett zu lesen ist aber dieser Artikel, der darüber berichtet dass der Niederländische biometrische Pass gehackt wurde und somit jeder aus Entfernung von 10 Meter mal eben schnell all deine Daten inkl. Foto und Fingerabdrücke auslesen kann. Natürlich ohne dass du etwas davon merkst.

Und von wegen praktischer beim Reisen und so… nach einem 10-stündigen Flug kommt es mir dann auch nicht mehr drauf an ob ich am Zoll 2 Minuten oder 5 Minuten warten muss…

7 May
2009 by Phil

Mein Wandertag

Es brauchte verdammt viel Überwindung und eine mehrtätgige mentale Vorbereitungsphase… denn: Ich musste an einem Sonntag um 6:30 aufstehen. Ich weiss… total abartig und verstösst wahrscheinlich gegen die Menschenrechte. Aber ich wollte meinen Wanderort vor dem grossen Japaneransturm erreichen. Vergeblich, wie es sich später herausstellte.

Der Tag begann schon mal damit dass ich auf halbem Weg zum Bahnhof merkte, dass ich nicht die Wanderschuhe sondern meine Stadtschuhe anhabe. Diese Erkenntnis brachte mir einen endlos vorkommenden und 10 Liter Körperflüssigkeit ausschwitzenden Spurt ein.
Aber ich hatte ja dann etwa 2 Stunden Zugfahrt um wieder zu Atem zu kommen.

Je näher ich meinem Ziel kam, desto mehr glich der Zug eines Montagmorgen Rushhour-Zuges. Mit dem unterschied dass anstatt lauter schwarz gekleideten Businessmen, lauter Wanderschuhe tragenden Familien sich in den Wagen quetschten.

Endlich angekommen, hatte ich vor den Bus zur Cable-Car (keberu-kaa) Station zu nehemen um dort mit dem Bähnchen zu einer gewissen Startbasis zu kommen. Das vorhaben gab ich schnell auf, da etwa 3 mal mehr Leute auf den Bus warteten als überhaupt in einem Bus platz haben. Also lief ich mal zur Station, was mich schon mal 20 langweilige Strassenminuten kostete.

An der keberu-kaa Station angekommen sah es dann wieder etwa gleich aus. Da ist anzumerken dass die Leute erstmals einfach fürs Ticket anstehen und dass die Schlange rechts no weiter ums Gebäude geht. Und die Bahn fuhr nur so etwa alle 8 Minuten.
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Obwohl es knapp 1 Stunde dauert und der Weg vollständig betoniert ist, entschied ich mich unter diesen Umständen zu laufen…Unterwegs fuhr das keberu-kaa bähnchen eins zwei mal an mir vorbei:
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Oben angekommen wars erst mal wieder voller Leute. Da viele dort einfach ein wenig spazieren gehen, blieb das so die ersten 20 gehminuten auch so. Trotzdem ergab sich schon mal ein bisschen Aussicht:
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Sieht aus wie in der Schweiz. Leider war das Wetter nicht ganz klar, so dass die Sicht ziemlich beschränkt war. Dafür wars Temperaturmässig angenehm.

Irgendwann kam dann der Wegweiser zu meinem Wunschberg, und von da an wurden auch die Anzahl Leute weniger. Angeschrieben war das ganze mit 2 Stunden… es handelt sich hier aber um japanische laufzeit. Die Philippe’sche liegt hier jeweils knapp über der Hälfte.
Mit der schrumpfenden anzahl Leute die mir Begegneten, stieg auch die freundlichkeit. Irgendwann war es so weit dass jeder und jede “konnichiwa” sagte und ich natürlich das freundlich erwiderte.
Ich habe in meinem ganzen Japan-Aufenthalt nicht so viele Konnichiwa’s gehört wie an diesem Tag. Von allen Altersgruppen und in allen Variationen. Dazu gab es ganz viel Grün und so richtige Wanderwege:
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Die Aussicht war dann dafür wiederum weniger Überwältigend. Von hier sollte man eigentlich den Mt. Fuji sehen können.. aber ja.. eben, Wetter und so.
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Auf jeden Fall habe ich es sehr genossen mal wieder in der Natur zu sein, und aus dem Stadtgeschehn und den Menschenmassen zu fliehen. Beim abstieg war dies mit dem keberu-kaa und dem Bus wieder dasselbe Problem, sodass ich halt auch wieder den ganzen Weg zu Fuss hinter mich gebrachte habe. Insgesamt war ich dann doch knapp 6 Stunden am Laufen, sodass ich Abends müde aber zufrieden problemlos einschlafen konnte.

4 May
2009 by Phil

Des Essens Stellenwert

Ich habe möglicherweise schon einmal darüber Berichtet, dies muss ich jetzt aber nochmals neu aufrollen.

Für mich als kulinarische Null, der das Essen grösstenteils als zeitverschwendendes, überlebenswichtiges Muss ansieht, ist die japanische Essensgeilheit total unverständlich.

Es gibt keine Tageszeit an dem man am TV nicht mindestens zwei Sender findet, die gerade eine Sendung zeigen in der es ums Essen geht. Grösstenteils gehen irgendwelche Leute in Restaurants innerhalb Japans, filmen den Food und stöhnen danach wie gut es war. Manchmal sind es auch Kochwettkämpfe oder halt eben die klassichen Kochsendungen.

Letze Woche, zusammen mit Raphael und den japanischen Kolleginnen, wurde ich von diesen auch gefragt wie ich denn das japanische Essen finde. Später erzählte ich dann wo ich vor 2 Jahren überall in Japan herumgereist bin, worauf die eine meinte ich sollte unbedingt mal noch auf so eine Insel im Süden reisen.
Ich fragte wieso, und sie meinte: “Das Essen dort ist total gut…” und fügte dann noch nebenbei an dass es dort quadrillionen Jahre alte (oder so… jedenfalls verdammt alte) Bäume gibt.
Ich meine… dort hat es quadrillionen Jahre alte(oder so… jedenfalls verdammt alte) Bäume, die dem Urknall zugesehen haben, gesehen haben wie Scrat das Ice-Age Eichhörnchen herumhüpfte, gesehen haben wie die Dinosaurier ausstarben und gesehen haben wie die Samurais versteckt im Wald pinkelten…. Und es hat dort auch noch verdammt schöne Strände… aber nein, das wichtigste ist das Essen.

20 Minuten später meinte dann eine andere ich soll mal nach Hokkaido gehen. Ich weiss dort hat es schöne Berge und Landschaften und Blumen und Nationalparks und dafür ist es auch bekannt. Trotzdem fragte ich wieso… und sie meinte: “Wegen dem Essen”.
Ich fragte was es denn dort so spezielles gibt und sie meinte Sushi….
Man kann hier keinen Kilometer laufen ohne an irgendetwas Sushimässigem vorbeizulaufen, wieso sollte ich dafür nach Hokkaido gehen???

Naja, und zuguterletzt erzählte ich dann irgendwann mal an, dass ich dann noch nach Vietnam gehe, worauf natürlich die Frage kam: Hast du denn gerne vietnamesisches Essen, dass du dorthin gehst?

Für mich einfach unverständlich dass man so Essensfixiert sein kann.

4 May
2009 by Phil

Sushi

Ich habe unterdessen tatsächlich angefangen Sushi gern zu haben.
Es ist nicht allzu teuer und irgendwie eine willkommene Abwechslung zum “Standardessen”.

Wenn ich mir Sushi für zuhause kaufe, esse ich dies immer mit tonnenweise Wasabi. Dies fühlt sich dann an als würde das Gehirn aus der Nase gepustet… und das ist cool.

Dann gibts hier in der nähe auch so ein Förderband-Sushi Restaurant. Nebst den beförderten Sushi’s kann man auch kreationen auf Wunsch bestellen, welche direkt vor den eigenen Augen zugerichtet werden. Ich hab mir da mal das teuerste flambierte irgendetwas-Sushi bestellt. Hauptsächlich weil es toll aussah wie der Koch da mit dem Flammenwerfer umging. Aber es war auch tatsächlich total “oishii”.

Und so kann so ein Sushi-teller im Restaurant z.B. aussehen:

sushi

3 May
2009 by Phil

Operation: Sonnencreme

Ich habe heute eine kleine Wanderung gemacht. Mehr dazu wenn ich mein Internet wieder habe.
Jedenfalls wars in den letzten Tagen ziemlich Sonnig und teilweise schon fast ein wenig heiss. Höchste Zeit Sonnencreme zu Besorgen, damit ich nicht rot wie eine Tomate vom Berg herunterkomme. Ein bisschen braun werden wäre auch nett.

Und da liegt das Problem: Braun sein scheint nicht das Schönheitsideal der Japaner zu sein. 90% aller Sonnencremen haben mindesten Sonnenschutzfaktor 50!!! Viele davon noch zusätzlich mit einem “whitening effect”. Nach langem suchen kaufte ich die Sonnencreme mit dem niedrigsten Faktor den ich finden konnte: 29.

1 May
2009 by Phil

Internetlos

Ja toll… Des Nachbarns funknetzwerk ist irgendwie verschwunden. Ist aber nicht das erste mal. Problem diesmal: Er ist so wies aussieht in den Ferien und kann den Router nicht neustarten… Das heisst, bis Mittwoch oder Donnerstag wieder Internetkaffeebesuche… grml grml grml

30 Apr
2009 by Phil

Sightseeing. Und so.

Raphael kannte da noch zwei Japanerinnen aus seinem Sprachaufenthalt in Vancouver. Wir trafen diese also Gestern. Eine davon brachte noch ihre kleine Schwester und eine Kollegin, sodass wir dann mit 4 Japanerinnen unterwegs waren.
Das Tagesprogramm wurde von Natsuko bereits vorgeplant. Wir hatten im vorhinein drei verschiedene Programmmöglichkeiten inkl. konkrete Uhrzeiten, Bahnlininen und Preise bekommen, so dass wir eines dieser “Tourprogramme” auswählen konnte. Ich dachte mir es wäre toll das Programm irgendwie völlig durcheinanderzubringen um zu sehen wie die Reiseführerin dann reagieren würde… aber das wär dann schon bisschen fies.

Wir machten bisschen Tempel, bisschen Bootsfahrt, bisschen Park, bisschen Shopping. Eigentlich eine schön ausgewogene Tour. Ich kannte das meiste ja eh schon und versuchte deshalb mich ein wenig auf japanisch zu unterhalten. Richtig gut ging das nur mit Natsuko’s Schwester, da diese nicht besonders gut Englisch konnte. Alle anderen wollten natürlich gerne ihr Englisch ausprobieren.

Auf dem Foto: maiko, the white tiger samurai, natsuki, raphel, satoko. Fotografin: hiromi
reisetruppe

Am lustigsten war es, da ich von der Schule her so gewohnt bin die “Polite-Form” zu verwenden, dass ich immer wieder mal in diese Form gerutscht bin als ich mit unserer Begleitung (ca. in unserem Alter) geredet habe. Das ist, als würde ich Sie, meine verehrten Leser die ganze Zeit per “Sie” ansprechen.

Eine davon (Maiko) hat japanische Kultur studiert und kannte sich aus mit all den Ritualen in den Tempeln und so. Ich hab mich dort also das erste mal korrekt verhalten. Inklusive Reinigung vor dem betreten des Tempels (alle ziehen sich nackt aus und immer eine männliche und eine weibliche person waschen sich gegenseitig so mit einer Holzkelle die Hände und Mund waschen und am Schluss die Holzkelle mit sich selbst waschen)
Ein wenig enttäuschend war, dass man scheinbar die genaue Bedeutung all dieser Tori, diese roten oder andersfarbenen Tore nicht mit kennt. Die bei einem Tempel gelten als Tempeleingang und schauen immer gegen Süden. Alleinstehende (von denen es reichlich gibt) haben aber scheinbar keine spezielle Bedeutung.
Das hat gerade ein wenig mein Bild der grossartigen japanischen Religion/Kultur erschüttert. Aber es gibt ja immer noch Ninjas, Samurais und Game Centers…

28 Apr
2009 by Phil

Ferien

Juhuuii!!! Bis und mit Mittwoch nächste Woche habe ich Schulfrei. Dank meiner Überzeit werd ich an einigen dieser Tage gleich ganz Frei nehmen.
Zudem ist am Montag Raphael (Chrigls Kolleg) hier angekommen. Sprich ich hänge es ein wenig mit Ihm in der Stadt herum und mache so Sachen.
Zur Begrüssung hatte er in seiner ersten Nacht hier auch schon gleich ein Erdbeben (mein sechstes, seit ich hier bin).

Nach über 4 Monaten täglichem verarbeiten von Japanischunterricht kommt mir diese Frei-Woche wirklich entgegen. Dann seh ich dann auch gleich, wieviel ich in einer Woche schon wieder vergesse.
Ab nächster Woche heisst es jeweils am Freitag Morgen ausschlafen, da mein Arbeitsgeber ab Mai auf Kurzarbeit umstellt. Auch dies kommt mir, auch wenn es ja nicht unbedingt eine supertolle Sache ist, schön entgegen. So habe ich einen Halbtag mehr um hier noch alles zu Erkunden oder sonstige Pflichten abzuarbeiten (wie Postkarten schreiben).

So, jetzt aber ab ins Bett. Das morgige Besichtigungsprogramm steht nämlich schon…