Archiv für die Kategorie ‘Gesellschaft’

21 Apr
2009 by Phil

oh my god dog!!!!

Ich fühl mich hier in Japan ja grundsätzlich sehr Wohl und könnte meinen Lifestyle problemlos an den japanischen Lifestyle anpassen. Diest heisst aber nicht, dass ich nicht auch manchmal denken muss: WTF? die spinnen doch die Japaner.

Eines dieser WTF?’s sind die Hunde. Wieso müssen die denn (fast) alle solche dämliche verniedlicherende Kleidung tragen? Die meisten dieser Hunde sind hier ja sowieso so kleine Tschernobyl-Ameisen, bei denen man aufpassen muss dass man sie nicht zertrampelt.

Das mit der Kleidung ist noch das eine. Aber da gibt es auch tatsächlich Ehepaare, die ihren Hund in einem KinderHundewagen herumschieben. Ich meine…. der Hund hat doch Beine… sogar vier davon!!! was bringt es denn dem wenn er herumgeschoben wird??? Und überhaupt… zeugt gefälligst Kinder, statt einen Hund zu verherrlichen. Und wenn das mit den Kindern nicht geht, spricht trotzdem nichts dagegen dem Hund ein normales Hundeleben zu schenken.
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Man beachte… links der Hund im Wagen.
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15 Apr
2009 by Phil

Die japanische Sprache (vierter Teil)

Nach Teil eins, zwei und drei, folgt nun der (kürzer gehaltene) vierte Teil.

Es machte zu beginn noch nicht den Anschein, aber jetzt kommen langsam immer mehr. Wörter die je nach Betonung andere Bedeutungen haben.

Folgende Wortpaare sind im japanischen ein und dasselbe Wort:
Regen <=> Süssigkeiten (ame)
Papier <=> Haare (kami)
Kommen <=> Kleider tragen (kimasu)
lesen <=> rufen (yonde imasu)
Brücke <=> Essstäbchen (hashi)
fragen <=> zuhören (kikimasu)
kaufen <=> ein Haustier besitzen (kaimasu)
aufwachen <=> platzieren (okimasu)

Man muss allerdings sagen, dass das Kanji-Symbol für die jeweiligen Wörter wiederum unterschiedlich sind. Sprich, wenn man einen Text liest ist es eindeutig.
Beim Sprechen ist dank dem Kontext meistens aber auch klar, wovon man spricht. Man wird wohl kaum ein Taxi lesen oder mit einer Brücke essen. Trotzdem kann man mit der korrekten Betonung jeweils verdeutlichen welche Bedeutung man denn gerade meint.

8 Apr
2009 by Phil

Finger verbrennen auf japanisch

Was tun wir, wenn wir uns die Finger verbrennen? Klar, optimal ist es, den Finger unter das kalte Wasser zu halten.
Aber im ersten Moment schüttelt man vielleicht die Hand, oder bläst sich auf den Finger.

In Japan, hält man sich das Ohrläppchen. Ja, ganz genau: Au, heiss!!! Finger am Herd verbrannt!!! schnell mit dem verbrannten Finger das Ohrläppchen halten!

Woher ich die info habe? Von einem Schulkameraden welcher bei einer Gastfamilie lebt und das ganze live miterlebt hat und nach einer Nachfrage bestätigt wurde dass dies in Japan so allgemein gebräuchlich sei.

Update:
Wie sich herausgestellt hat, wird diese Ohrläppchenmethode weltweit praktiziert. Ist also keine Japankuriosität.

7 Apr
2009 by Phil

Aus einem koreanischen Mathebuch

Für mich sieht das nach “Strahlensatz” aus…..
koreanmath
seriously… WTF?

via Digg.com

6 Apr
2009 by Phil

Japan und die Rakete

Mal kurz ne Info, wie sich Nordkoreas Rakete auf Japan auswirkt.

In everydays life merkt man vom ganzen natürlich nichts. Es gab ja kein Grund zur Panik, und allfällige Abwehrraketen werden ja nicht inmitten der Fussgängerzonen aufgestellt und mit Neonhinweisschildern gekennzeichnet. So bleiben diese soweit auch unsichtbar.
Da die Rakete, wenn überhaupt, sowieso nur über das nördliche Hokaido geflogen wäre (oder ist), hatte man da in Tokyo auch diesbezüglich kein Grund zur Sorge.

Das ganze ist hier aber vor allem aus Innenpolitischer Sicht ein grosses Thema. Nachdem 1998 die Nordkoreaner eine Rakete gestartet hatte, die über japanisches Territorium flog, waren die Japaner ziemlich verängstlicht mit dem Wissen, dass Nordkorea sie jederzeit wegpusten konnte. So entschied man sich für ein Nationales Raketenabwehrsystem, welche ganz ganz ganz viel viel viel Geld kostete und somit natürlich auch ein grosser Teil der Bevölkerung mit diesem Entscheid nicht einverstanden war.
Nun konnte die Regierung endlich zeigen, dass man das Geld nicht für nichts ausgegeben hat, indem man ankündigte die Rakete abzuschiessen und dass alle Abwehrstellungen in Bereitschaft gingen. Zusammen mit dieser Meldung kamen aber auch Meldungen, dass das Abwehrsystem die Rakete, falls Sie nach dem Start nachträgliche Richtungsänderungen vornehmen würde, nicht mit Sicherheit getroffen werden könnte. Auch allenfalls herunterfallende Teile, z.B. bei einer Explosion der Rakete infolge Fehlfunktion, über japanischem Lande könnten nicht mit Sicherheit abgeschossen werden.

Tja, und so gab das ganze nebst dem aussenpolitischen Gesprächststoff der mit dem von Südkorea oder der USA identisch ist auch einiges an Zündstoff in der Innenpolitik.

Aber eben, ausser Artikel in den Zeitungen merkt man hier von dem Raketenzeugs nichts.

Wow… ein politischer Beitrag. Hätte nie gedacht dass ich je mal sowas schreiben würde.

5 Apr
2009 by Phil

Please do it at home!

Nachdem ich mich an die überhöflichen Japaner gewöhnt hatte, die sich wahrscheinlich sogar noch entschuldigen würden wenn ihnen jemand eine Faust ins Gesicht schlagen würde (vorsicht, leichte Übertreibung), erschien mir dieses Plakat in der U-Bahn ziemlich direkt:

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Diese Direktheit kommt schon fast so rüber, als würde der Sitznachbar gleich eine Herzattacke kriegen und auf der Stelle sterben, wenn die Person neben Ihm eine Zeitung öffnet.
Scheinbar gibt es noch weitere solche Hinweise in der U-Bahn verstreut. Ich werde natürlich versuchen möglichst viele von denen einzufangen.

30 Mar
2009 by Phil

Die japanische Sprache (dritter Teil)

Nach dem ersten und zweiten Teil, folgt mal wieder ein Infoflash über eigenheiten der japanischen Sprache.

Nachdem ich ja bereits über die verschiedensten Zählwörter berichtet habe, haben wir letzte Woche wieder etwas neues gelernt, was die Japaner präziser differenzieren. Und zwar das tragen von Kleider. Bei uns heisst es immer “tragen”, egal ob Hut, Pulli oder Hose. Im Japanischen gibt es ein Verb für alles was auf den Kopf kommt, ein Verb für das Tragen von Brillen, ein Verb für das Tragen von Hemden, T-shirts, Jacken e.t.c. und ein Verb für alles unter der Gürtellinie, also Hosen, Socken, Schuhe e.t.c. Ah, und das Tragen von Ringen und sonstigem Schmuckstück hat auch wieder ein eigenes Verb.
Auch noch witzig zum Übersetzen: So wie es bei uns “Unterhose” heisst, sagt man auf japanisch den Socken: “Unterschuhe”

Erkältet sein heisst hier: “Nasenwasser kommt heraus”

Auf meiner Ubahnlinie gibt es eine Station die heisst: “Neu-grünteewasser”. Das Toggenburgerische “Unterwasser” würde auf Japanisch: “mizunoshita” heissen.

Meine drei Lieblingswörter hier sind: Tokidoki, Gorogoro und Burabura:

Tokidoki heisst “manchmal”… eine spezielle Herkunft ist mir nicht bekannt.

Die Japaner haben in ihren Mangas für ziemlich alle möglichen Aktionen die auch nur annähernd Geräusche verursachen können, einen entsprechenden schrifltlichen Geräuschausdruck. So ist “Gorogoro” das Geräusch das etwas macht, wenn es rollt. Und gorogoro tun heisst so viel wie rumhängen und ein bisschen dies und ein bisschen das machen. Man wälzt sich bildlich zuhause auf dem Sofa zwischen TV, Essen, Lesen e.t.c. um… daher gorogoro.

Die Herkunft von Burabura kenn ich nicht wirklich. Ich bin aber ziemlich sicher dass es von “blabla” kommt.. denn burabura ist 1:1 die japanische schreibweise von blabla.
Burabura tun heisst soviel wie, ziellos irgendwo herumlaufen… von einem ort zum anderen gehen und nichts spezielles machen. Sprich, wenn ich so durch Tokyo gehe, mache ich oft burabura.

So, ich lass es mal dabei. Der vierte Teil folgt bestimmt.

29 Mar
2009 by Phil

Kirschblüten-hängerparty

Noch nicht ganz, aber annähernd, sind die Kirschblüten am blühen. Wo einige Bäume sich schon voll entfaltet haben, sind andere immer noch ziemlich nakt.
Das ganze sieht ja schon ziemlich hübsch aus… im prinzip als würde man eine Blumenwiese mit lauter gleichen Blumen an einen Baum hängen. Aber irgendwie scheint mir, als werde das ganze hier doch ein wenig überbewertet. Die Leute agieren so, als hätten Sie das erste mal in Ihrem Leben solche Bäume gesehen. Für mich trifft das ja zu, aber wenn die japaner so dastehen und nicht mehr aus dem Staunen herauskommen und laut “suuuugoooooooooi” (= wow/begeisterung) sagen, wirkt das irgendwie komisch.
Da zurzeit nur einzelne solche Bäume voll am blühen sind, stehen bei den Prachtbäumen unzählige Japaner rundherum und machen Fotos…. wahrscheinlich hat es mehr fotos machende Japaner als Blüten am Baum.
Trotzdem, manchmal ergibt sich gerade einen Zeitpunkt und Blickwinkel wo man die Bäume auch ohne Paparazzihorde erwischt:
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An diesem Wochenende gab es auch so einige Hanami-Parties (Kirschblütenanschau-Parties).
Leute aus allen Bevölkerungsschichten kommen mit Freunden in den Park und essen und trinken hier. Ältere Leute trinken Grüntee, teilweise mit dem ganzen zeremoniezeugs dazu, während dem neben sich nebenan eine Jugendgruppe mit Alkohol volllaufen lässt. Und das ist eigentlich herrlich. Nennt mir einen Anlass in der Schweiz an dem sowohl 70 jährige Altersheim-montagsnachmittags-kaffikränzli-gruppen als auch 16 jährige Eltern-sind-scheisse-let’s-pubertier-teenie-gruppen teilnehmen…
Aus offizieller sicht ist der Alkohol natürlich verboten, und es hat entsprechende Schilder. Aber man kann auch mit geschlossenen Augen durch den Park laufen und merkt dass hier Alk getrunken wird. Zwischen all diesen tausenden von Leuten habe ich keinen einzigen Polizisten oder Sicherheitsmenschen gesehen. Das ganze läuft friedlich ab. Grosse behälter für den ganzen Abfall (getrennt nach Dosen, Pet e.t.c. wie es sich gehört) stehen in unmengen bereit, so dass keiner die Ausrede bringen könnte, dass nirgendwo ein Abfallkübel bereitgestanden hätte.
In korelation mit der anzahl Leute, ist auch die Warteschlange vor den Toiletten. Es fehlte wirklich nur noch eine Bühne mit Musik, um das ganze einem Open Air gleichkommen zu lassen.
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(dies ist wirklich nur ein ganz, ganz, sehr, mikroskopisch kleiner ausschnitt des ganzen Parks und des vorhandenen Menschenvolkes)

Wenn man erwartet, man könne an diesem Tag friedlich durch den Park laufen und schöne fotos schiessen (was wir eigentlich wollten), dann war dies definitiv der falsche Tag. Auch wenn wir selbst nichts dabei hatten um zu verspeisen oder zu trinken, war das herumschlendern zwischen all den Leuten doch ein schönes Erlebnis. Wie gesagt…. findet das mal in der Schweiz.