22 Jul
2007 by Phil

Japan

ach 4 naechten in tokyo, bin ich nun in takayama, so ein bergstaedtchen. hier ist alles vieeel ruhiger und die leute gelassener als in tokyo. der hotelbesitzer hat mich sogar am bahnhof mit dem auto abgeholt. da das hotel etwa 3km vom zentrum entfernt ist, hab ich pro tag jeweils ein fahrrad gemietet… also gestern und heute.
heute morgen bin ich zur abwechslung mal relativ frueh (7:30) aufgestanden, damit ich einerseits ein velo auf sicher habe, und ich in der morgentlichen kuehle rumlaufen kann. war etwa 2 stunden lang in so einer huegeligen waldlandschaft vollgespickt mit tempel unterwegs. kam mir so ziemlich chihiro oder mononoke-like vor das ganze.

nebst dem staedtchen selber, bin ich dann so ein outdoor museum aehnlich wie der ballenberg (so heisst er glaub ich) in der schweiz, einfach mit japanischen haeusern anschauen. auch dort war ich praktisch alleine unterwegs. bis etwa 8 cars voller ca. 12 jaehriger maedchen aus osaka eintraffen. da war die hoelle los, und ich amuesierte mich koestlich denen zuzuschauen. jede klasse macht zuerst ein gruppenfoto, dann laufen alle rum und kichern dabei staendig, alle gehen aufs klo, und dann muessen sie wieder los. die haben das ganze in 20 minuten angeschaut, wobei man sich laut reisefuehrer etwa 3 stunden dort verweilen koennte. die girls machen entweder einen bogen um mich, oder schauen einfach auf keinen fall hin, oder sie kichern und winken und sagen “hello”. witzig war es aber erst, als die cars losfuhren, da ich gerade eben auch auf dem rueckweg war. alle 8 cars fuhren an mir vorbei, und alle winkten wie wild…so nett ich eben bin winkte ich zurueck und im bus artete es dann wohl aus in kicherschallpegel ueber 100dB.

Die standardfragen von japanern, wenn sie eine kurzkonversation starten wollen ist:
– where are you from ?
– first time in japan ?
– you like it ?
– you like japanese food ?

das wars dann.
eine servierduese meinte heute aber nach der ersten antwort schon: “ah swatch”… sie begann noch etwa 4 andere schweizer uhrenmarken aufzuzaehlen und das wars dann. leider hab ich nicht mal ne schweizer uhr womit ich dann haette prahlen koennen.

Mein japanisch ist noch immer nicht so der hit, aber zumindest kann ich zu jeder zeit die leute begruessen, danke sagen, mich entschuldigen und das zaehlen funktioniert auch schon einigermassen inkl. zahlen ueber 1000.
anhand der sprache die ich jeweils hoere, weiss ich auch endlich wie ortsnamen korrekt auszusprechen sind. wenns aber mit dem taeglichen lernen von woertern so weitergeht, kann ich am schluss meiner reise vielleicht zwei ganze saetze machen

mein erfolgserlebnis war heute, ein ei und ein stueck fleisch mit den essstaebchen zu halbieren. seit ich hier bin habe ich kein messer und keine gabel mehr gesehen. Das hat den vorteil, dass ich zum essen meistens etwa eine halbe stunde brauche, da ich das zeugs nicht so schnell und in grossen portionen in den mund kriege.
Ebenfalls positiv war, dass ich auf meinen velotouren unfallfrei davon kam. es scheint hier naemlich keine konkrete regeln zu geben wo man mit dem velo fahren soll. die einen fahren auf dem trottoir die anderen auf der strasse, oder abwechslungsweise. die groesse schwierigkeit ist aber der linksverkehr, den man natuerlich auch beim ueberqueren der strasse beachten muss.

Dann hab ich auch noch rausgekriegt wie das mit den postkarten ist. man kann den japanern nicht zumuten, dass sie sich in ihrem reisestress noch postkarten aussuchen muessen. so gibt es keine einzelnen karten, sondern immer so ca. im zehnerpack. diese sind geordnet nach: xyz by night, xyz four seasons und xyz best views. So ist das.

also das wars mal wieder… morgen gehts ab nach kyoto und ich werd mich dann wahrscheinlich wieder mal melden

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