12 Jun
2009 by Phil

DMZ und Nordkorea

Heute war ein Tagesausflug angesagt. Dafuer musste ich bereits um 5:30 aufstehen. Ich habe keine Ahnung wie ich das 6 Jahre lang geschaft habe… Egal, jedenfalls war mein Reiseziel die DMZ und Sicht auf Nordkorea.

Nord- und Suedkorea sind eigentlich ja immer noch im Krieg. Es herrscht lediglich ein Waffenstillstand der schon ziemlich ein Weilchen haelt. Beide Seiten halten ihr Militaer aber Kriegsbereit und so muessen die Suedkoreaner 2 Jahre lang in die “RS” und die Nordkoreaner 10 jahre lang.
Damit sich die beiden Nationen an der Grenze nicht staendig auf den Deckel hauen, wurde entlang der Grenze eine 4 Kilometer breite Demilitarisierte Zone (DMZ) eingerichtet. Also von der eigentlichen Grenze aus sind die ersten 2 Kilometer in Nord- respektiv Suedkorea Militaerfrei und Unbewohnt. Da die DMZ mit Landminen vollgespickt ist, ists wahrscheinlich eh nicht so toll dort zu wohnen.
Auf Suedkoreaseite folgen nach den 2 Leerkilometern 7 Kilometer Militaerzone, mit dem Ziel allfaellige Angriffe von Nordkorea aus direkt schon an der Grenze zu ersticken.

Trotz allem, gibt Suedkorea die Hoffnung auf Frieden nicht auf. Es wurde eine Autobahn bis an die Nordkoreanische Grenze gebaut. Diese darf zwar nicht befahren werden, aber ist im Prinzip bereit vom ersten Friedenstag an in Betrieb genommen zu werden. Inkl. Verkehrsschilder e.t.c…. alles steht schon.
Dasselbe gilt fuer die Bahn. Es gibt einen topmodernen Bahnhof auf Suedkorea-Seite, mit LED-Abfahrtsplaene und allem drum herum. Eine Zeit lang gab es sogar einen Zug der nach Nordkorea fuhr, um Waren zu liefern.
Seit der Verschlechterung der Beziehungen im Dezember 2008, wurde der Betrieb wieder eingestellt.

Nun, es gibt noch haufenweise Dinge die ich ueber Nordkorea erzaehlen koennte, aber ich will jetzt mal zum eigentlichen Tourbericht kommen:

Am Morgen ging es in die DMZ hinein, wo man einen Tunnel besichtigen konnte, die die Nordkoreaner gruben um Suedkorea zu infiltrieren und anzugreifen. Dann besuchten wir die besagte Autobahn und den Bahnhof.
Scheinbar war gerade Schulreisetag und so gab es auf der Aussichtsplatform mehr Schueler und Schuelerinnen zu sehen, als Nordkorea. War aber Witzig, da alle eine Riesenfreude hatten “Hello, nice to meet you” zu sagen und mehr Fotos von uns Westlertouristen als von Nordkorea machten.
Vom Aussichtspunkt aus sah man schon die Nordkoreanische Flagge die am Weltweit hoechsten Fahnenmast(160 Meter) haengt und 136kg wiegt.

Nachdem wir am Morgen schon bisschen was von Nordkorea gesehen hatten, gings am Nachmittag dann ernster zu und her. Die Reise fuehrte nach Panmunjon, der Ort wo sich Nord- und Suedkorea fuer Verhandlungen treffen. Der Ort befindet sich genau auf der Grenze. Die DMZ und Panmunjon werden von den Vereinten Nationen verwaltet. So mussten wir in einen speziellen UN-Bus umsteigen und wurden staendig von militaerpersonal begleitet. Es musste immer in zweierkolonnen gelaufen werden und man durfte nicht Anhalten. Fotos machen war strengstens verboten, sofern nicht explizit erlaubt.
Ebenfalls verboten war es, mit dem Finger auf Nordkoreanische Soldaten zu zeigen oder ihnen zuzuwinken. Auch der Dresscode war vorgegeben.
Schlussendlich befanden wir uns im Raum, wo die Verhandlungen gefuehrt werden. Dieser steht zur haelfte in Nord- und Suedkorea. So hatten wir die Moeglichkeit kurz mal auf Nordkoreanischem Boden zu stehen.
Im Raum standen auch Wachen herum, von denen ich zuerst meinte es seien Wachspuppen, bis die Tourfuehrerin sagte die seien echt. Und man durfte sogar Fotos schiessen… wooohooooo.

Insbesondere der Nachmittag war schon ziemlich eindruecklich. So von US-Soldaten begleitet mal eben schnell Nordkorea streifen. Vor allem mit dem Wissen, dass das hier nicht Geschichte, sondern Gegenwart und “echt” ist.
Einige Fotos gibts schon mal auf der Fotoseite im Ordner Seoul.

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