Mein Wandertag
Es brauchte verdammt viel Überwindung und eine mehrtätgige mentale Vorbereitungsphase… denn: Ich musste an einem Sonntag um 6:30 aufstehen. Ich weiss… total abartig und verstösst wahrscheinlich gegen die Menschenrechte. Aber ich wollte meinen Wanderort vor dem grossen Japaneransturm erreichen. Vergeblich, wie es sich später herausstellte.
Der Tag begann schon mal damit dass ich auf halbem Weg zum Bahnhof merkte, dass ich nicht die Wanderschuhe sondern meine Stadtschuhe anhabe. Diese Erkenntnis brachte mir einen endlos vorkommenden und 10 Liter Körperflüssigkeit ausschwitzenden Spurt ein.
Aber ich hatte ja dann etwa 2 Stunden Zugfahrt um wieder zu Atem zu kommen.
Je näher ich meinem Ziel kam, desto mehr glich der Zug eines Montagmorgen Rushhour-Zuges. Mit dem unterschied dass anstatt lauter schwarz gekleideten Businessmen, lauter Wanderschuhe tragenden Familien sich in den Wagen quetschten.
Endlich angekommen, hatte ich vor den Bus zur Cable-Car (keberu-kaa) Station zu nehemen um dort mit dem Bähnchen zu einer gewissen Startbasis zu kommen. Das vorhaben gab ich schnell auf, da etwa 3 mal mehr Leute auf den Bus warteten als überhaupt in einem Bus platz haben. Also lief ich mal zur Station, was mich schon mal 20 langweilige Strassenminuten kostete.
An der keberu-kaa Station angekommen sah es dann wieder etwa gleich aus. Da ist anzumerken dass die Leute erstmals einfach fürs Ticket anstehen und dass die Schlange rechts no weiter ums Gebäude geht. Und die Bahn fuhr nur so etwa alle 8 Minuten.

Obwohl es knapp 1 Stunde dauert und der Weg vollständig betoniert ist, entschied ich mich unter diesen Umständen zu laufen…Unterwegs fuhr das keberu-kaa bähnchen eins zwei mal an mir vorbei:

Oben angekommen wars erst mal wieder voller Leute. Da viele dort einfach ein wenig spazieren gehen, blieb das so die ersten 20 gehminuten auch so. Trotzdem ergab sich schon mal ein bisschen Aussicht:

Sieht aus wie in der Schweiz. Leider war das Wetter nicht ganz klar, so dass die Sicht ziemlich beschränkt war. Dafür wars Temperaturmässig angenehm.
Irgendwann kam dann der Wegweiser zu meinem Wunschberg, und von da an wurden auch die Anzahl Leute weniger. Angeschrieben war das ganze mit 2 Stunden… es handelt sich hier aber um japanische laufzeit. Die Philippe’sche liegt hier jeweils knapp über der Hälfte.
Mit der schrumpfenden anzahl Leute die mir Begegneten, stieg auch die freundlichkeit. Irgendwann war es so weit dass jeder und jede “konnichiwa” sagte und ich natürlich das freundlich erwiderte.
Ich habe in meinem ganzen Japan-Aufenthalt nicht so viele Konnichiwa’s gehört wie an diesem Tag. Von allen Altersgruppen und in allen Variationen. Dazu gab es ganz viel Grün und so richtige Wanderwege:

Die Aussicht war dann dafür wiederum weniger Überwältigend. Von hier sollte man eigentlich den Mt. Fuji sehen können.. aber ja.. eben, Wetter und so.

Auf jeden Fall habe ich es sehr genossen mal wieder in der Natur zu sein, und aus dem Stadtgeschehn und den Menschenmassen zu fliehen. Beim abstieg war dies mit dem keberu-kaa und dem Bus wieder dasselbe Problem, sodass ich halt auch wieder den ganzen Weg zu Fuss hinter mich gebrachte habe. Insgesamt war ich dann doch knapp 6 Stunden am Laufen, sodass ich Abends müde aber zufrieden problemlos einschlafen konnte.



3 Kommentare
Marcel:
7. May 2009 at 12:05Gefällt mir!
*:
14. May 2009 at 22:05schapo!
zvierte foto (mitake4) isch ja dr ober hammer!!
marteli:
27. May 2009 at 18:05chasch jo ned nor emmer ässe 😉