Ich habe das ja bereits mal kurz angetönt. Der Abfluss des Bades/Dusche befindet sich nicht im Bad, sondern im Badezimmer.
Badezimmer ist eh ein bisschen ein übertriebenes Wort. Es ist einfach ein WC mit einem Becken wo man auch reinsitzen oder zum Duschen reinstehen kann.
Als ich vor meinem Ankunftsbad die Badewanne ein bisschen ausspühlen wollte, war ich dann nicht schlecht überrascht als meine Füsse plötzlich völlig Nass waren.
Tja, wenn man es dann mal weiss, ist es kein Problem mehr. Ausser man muss nach einem Bad dringend aufs WC:
So ist das.
In der U-Bahn stand der Typ neben mir plötzlich auf und rannte aus dem Wagen, da er wahrscheinlich gemerkt hat, dass er hier wohl aussteigen muss.
Dabei vergass er einen Plastiksack mit wasauchimmer drin. Da stand also dieser Plastiksack neben mir am Boden. Meine Sitznachbarin schaute kurz rein, interessierte sich dann aber nicht mehr weiter dafür.
Zwei Stationen weiter musste ich umsteigen. Da der Sack immer noch unberührt da stand, nahm ich ihn mit. Relativ mühelos konnte ich dem Stationsheini erklären, dass dieser Sack hier bei dieser und dieser Station vergessen wurde. Der Stationsmensch hatte Freude und bedankte sich.
Nach der Waschmittelaktion von Gestern war es gut zu merken, dass es auch Japaner gibt, die dasselbe Japanisch sprechen wie ich
Und so hat der Phil heute seine erste gute Tat in Japan vollbracht
Ich habe hier in Tokio meine eigene Waschmaschine (auf dem Balkon, wo den sonst?). Das heisst aber auch, dass ich meine Wäsche selbst machen muss *sniff*.
Mutigen Schrittes tritt ich in den Medikamenten/Wellness/Beauty/Hausrats-Laden und sagte einer Verkäuferin, dass ich gerne Wäsche waschen möchte, was für ein Produkt ich da denn benötige (Ich hatte keine Lust mich da Tot zu suchen und schlussendlich blöderweise meine Wäsche mit Shampoo zu waschen).
Sie führte mich zu Waschmittel, das für Handwäsche geeignet war. Ich sagte sowas wie: “Nein, mit Maschine”. Aber irgendwie beherrschte die Dame die japanische Sprache einfach nicht so wie ich es tat. Sie zeigte mir daher ein Produkt und sagte: “Das da, einfach die ganze Flasche reinleeren”.
Ich dachte so: “yeah, wtf?, muss ich da jedes mal wenn ich eine Wäsche schmeisse, eine neue Flasche kaufen?” Es hätte mich stutzig machen müssen, aber anderseits ist man sich es so gewohnt, dass hier Dinge völlig anders sind, das auch das OK ging.
Ich fragte, ob es nicht etwas grösseres gäbe und sie verwies dann auf die Flasche nebenan…. die kann man 2 mal brauchen.
Ich kaufte die Flasche also und ging nach Hause. Dort inspizierte ich dann das ganze in aller Ruhe, denn irgendwie sieht es einfach nicht so wie ein typisches Waschmittel aus. Nach langen Nachforschungen und Zeichenentzifferungen kam ich dann zum Schluss:
Es ist ein fucking Waschmittel um die Waschmaschine zu waschen.
Tja, schaden wird es wohl auch nicht, wenn ich meine Waschmaschine auf dem Balkon mal ordentlich durchspühle bevor ich die ersten heiligen Kleider reinwerfe.
Was lernen wir daraus: Traue nie einer japanischen Verkäuferin – sie lügt!
Gestern fand der Einstufungstest in der Schule statt. Ich wusste noch vieles und von vielem hatte ich keine Ahnung mehr. Es ist jetzt aber tatsächlich so herausgekommen, dass ich weiter oben eingestuft wurde als ich überhaupt aufgehört habe. Sprich, einige Kapitel im Schulbuch wurden übersprungen.
Da sitze ich also heute in der Schule und verstehe so etwa ein drittel von dem was die Lehrerin erzählt. Geht aber schon OK, ich merke auch, dass vieles langsam wieder zurückkommt. Werde trotzdem noch bisschen nacharbeiten müssen, aber das spare ich mir fürs Wochenende auf.
Die Schulklasse kann ich noch nicht so einschätzen. Die Situation ist die, dass die Klasse zur hälfte aus Neulingen besteht, welche noch nichts und niemanden kennen und zur hälfte aus solchen besteht, die im Semester vorher bereits einen Kurs zusammen hatten. Das führt natürlich dazu, dass die “alte Garde” schon dicke Freunde sind und die neuen sich da erst mal noch irgendwie integrieren müssen. Das wird aber so wie ich das vom letzen mal her kenne relativ schnell gehen.
Ansonsten nehm ichs zurzeit ziemlich locker. Da ich ja eh schon so viel in Tokyo gesehen habe, brennt es mir auch nicht unter den Nägel möglichst schnell überall hinzureisen. Ich hab ja schön Zeit und warte lieber ein bisschen bis es wieder wärmer wird um all meine Entdeckungsreisen durchzuführen.
So, dann muss ich jetzt mal nachsehen was heute alles im Internet so gelaufen ist.
In Tokio ist es zurzeit etwa 10° warm und sonnig. In der Nacht gehts dann aber schon so richtung 0°. Heizen ist also angesagt. Aber halt: Die schlitzis hier kennen keine Heizungen. Man nimmt einfach die Klimaanlage und lässt warme Luft in der Gegend herumblasen.
Wenn man keine Ahnung hat, was das Zeug hier heisst, geht es auch dementsprechend lange bis da mal endlich warme Luft aus der Klimaanlage (Japanisch: Eaakon) kommt.
Irgendwann hab ichs dann hingekriegt. Das Problem ist aber, dass es eigentlich nur dort wirklich warm wird, wo das Ding hinbläst. Nach zwei Tagen hab ich nun die optimalen Einstellungen gefunden für:
- Warm am Laptop
- Warm beim Lernen
- Warm beim Schlafen
Es geht jeweils aber nur eins gleichzeitig. Wenn man also in der Nacht aufstehen muss um aufs Klo zu gehen, friert man sich dort mal ordentlich den Arsch ab und freut sich dann wieder zurück ins warme Bett zu gehen.
So, morgen findet der Schuleinstufungstest statt. Ich muss da noch bisschen Speedlearning machen, damit ich nicht zu niedrig eingestuft werde…
Dass die Japaner gegenüber Ausländer immer noch ein bisschen reserviert sind, merkt man wieder mal den netten Bezeichnungen an. Ich bin nicht ein “Foreigner” Entering Japan, sondern ein fucking Alien…. Seriously???
Aber was solls, spiel ich halt das Spiel mit. Ich hab mir daher schon mal ein U.F.O. gekauft.
Jetzt geh ich dann kleine japanische Kinder entführen und werde Experimente mit ihnen durchführen. z.B. “Does the toothpick really hurt your finger?”
Gestern ging es los. Bei wehender Andrea auf zum Flughafen, wo schon etliche Flüge annuliert waren. Wenn man aber ein Flugzeug voll mit Japanern hat, dann traut sich auch die Andrea nicht mehr da noch was zu unternehmen und so wurde der Tokyo-Flug nicht gestrichen. Juhui. Trotzdem starteten wir mit etwa 1.5 Stunden Verspätung, weil wir noch auf etwa 30 Transfer-Hoslis warten mussten. Namentlich: Eine japanische Reisegruppe die Wahrscheinlich in 2 Tagen ganz Europa erkundet haben.
Während dem Flug gabs dann 2 Plastikmahlzeiten, etliche Rotweine, Contagion (mhhm, naja), Die Schlümpfe (zu Kindisch) und Colombiana (kann man machen) sowie eine dämliche Pseudowissenschaftssendung über Zeitreisen moderiert von Morgan Freeman. Für nünt!
Ah, neben mir sass im Flugzeug die unattraktivste(hab ich jetzt mal nett formuliert) Japanerin der ich je begegnet bin. Aber sie brauche nicht viel Platz und war ganz ruhig. Ganz OK also.
Das Wetter in Tokyo ist schöner und wärmer als bei der Andrea (sonnig, 10°). Nach der Passkontrolle gings zur Gepäckannahmen, wo natürlich mein Gepäck wieder mal ganz am Schluss kam. Auch ganz nett: Ständig laufen zwei Japanersecurityhundehalter mit ihren Drogenhunden zwischen all den Gepäckstücken herum.
Am Zoll habe ich nichts zu deklarieren, trotzdem winkt mich schon mal so ein Zollheini zu sich. Ich ahne schon böses, doch schlussendlich bleibt es bei einigen Wortwechsel und das Gepäck bleibt unangetastet. Uffff.
Mit dem Narita-Express gings dann in die Stadt zum Büro, wo ich den Wohnungsschlüssel abholen musste. Drölfundzwanzig Papierseiten und zwei Datschillionen Unterschriften später, besitze ich den Schlüssel und packe den Endspurt an. Auf zur Wohnung!
Zum Glück gibt es hier rote Buttons die man drücken kann wenn whatever passiert:
Die Wohnung war einfach zu finden und der Schlüssel passte. Endlich. Doch bevor ich mich jetzt übermüdet irgendwo hinlegen kann noch zwei Dinge: Klimaanlage auf Warm einstellen und Essensrationen einkaufen. Und Sake!
Naja, ich trotze jetzt mal dem Jetlag, denn mit dem da wird man wieder ganz Munter:
Über die Wohnung berichte ich dann schon noch. Nur schon mal soviel: Ich hab schon mal das “Badezimmer” überflutet.
Die Koffer sind gepackt, das Flugticket ausgedruckt, die Wohnung ist geputzt (putzt sich leider nicht vonn alleine, grml), morgen gehts los! Dies ist der letzte Eintrag aus der Schweiz (für ne Weile). Wenn alles glatt läuft, gibts am Freitag hier den Hello-Post aus Tokio.
Bis dahin könnt ihr schon mal schauen was das Gepäck so für Reisen am Flughafen macht.
Wenn ich drölfundzwanzig Stunden anstehen muss weil der Kunde vor mir kaum Deutsch spricht, sich nicht verständigen kann und ewigs irgenwelches Zeugs machen will ist das für mich so weit OK. Ich bin Geduldig.
Wenn dann der kleine Sohn dann beim Bücherregal aber ein Kinderbuch mit irgendwelchen Monophonen Quietsch-Schlafliedchen entdeckt und diese kontinuierlich abspielen lässt, dann geht das gar nicht. MEINE NERVEN!!!