So, da bin ich wieder. Für euch waren es knapp zwei Tage. Für mich fühlte es sich zeitweise an wie in der Sahara, darauf wartend bis der Coca-Cola Weihnachtslastwagen vorbeifährt… und das kann dort seeeehr lange dauern.
Immerhin hatte es einen kleinen Schaukasten mit netten “Band”-Fotos. Wie diese zwei hier:


Und fällt euch was auf? Ich meine damit nicht Dinge wie:
- Die sehen aus wie die Backstreet Boys aus dem Parallel-Universum “Schn4uz&Longhair SchlagR G4Y”
- Es handelt sich gar nicht um Bands, sondern um Playback-Schauspieler
- FAAAAAKE, die Blumen wurden nachträglich ge-Photoshopped
Nein ich meine da etwas feineres, was mit Numerik zu tun hat. Aber da ihr alles hochqualifizierte LeserInnen seid, habt ihr das ja schon längst bemerkt!
Genau, Trio schreibt man nämlich mit “D”: Drio… es heisst ja auch Drei und nicht Trei. Und Queen schreibt man nicht mit “ui”.
bleibt der Blog bis am Donnerstag Abend geschlossen. Ja, denn wir leben in einer Welt, in der man problemlos von überall her mit dem Mobiltelefon aufs Internet zugreifen kann. Zumindest in der Theorie. Die Telefongesellschaften haben es nämlich noch nicht hingekriegt die fucking Roaming-Preise für Ausland-Mobile-Datenkommunikation zu einem normalen Preis anzubieten. 2 CHF pro MB geht einfach gar nicht.
Um eine Daten-CD mit Mobile-Roaming-Daten zu füllen müsste man 1400 CHF (1083 Euro) zahlen. Aber wer will das schon?
Tja, aber bis dahin könnt ihr ja das mit der Eule üben.

Das ist schon etwas merkwürdiges an der Schweiz. Man kann innerhalb des Landes irgendwo hin reisen, wo man kein Wort versteht was die anderen einem kommunizieren wollen. Zumindest ist das bei mir mit dem Italienischen der Fall.
Aber so ein Wochenende an der Sonne ist schon noch schön. Besonders wenn man weiss, dass es in der “Heimat” am Regnen ist. Nur der stockende Kolonnenverkehr (ich find den Ausdruck irgendwie super) bei Hin- und Rückreise dürfte einem erspart bleiben.
Trotzdem war es die Mühe Wert und ich hab ein sehr schönes Wochenende mit ganz vielen supertollen Leuten in San Bernardino verbracht.

Und die haben tatsächlich auch ein Matterhorn dort:


Ich habe mir heute beim Schlüsselmacher einen Schlüssel machen lassen. Das ganze kostete 16 CHF (12.2 Euro) und dauerte etwa 30 Sekunden.
Ich schätze mal, dass das Material maximal 2 Franken (1.5 Euro) kostet. Somit verdient der Herr Schlüsselmacher 14 CHF pro 30 Sekunden, also 28 CHF pro Minute also fucking 1680 (1288 Euro) pro Stunde. Das macht dann bei einer 40-Stunden Woche also 268′800 CHF (206′199 Euro) pro Monat. Hell Yeah!
Ich hab mir gleich mal eine Schlüsselkopiermaschine besorgt. Jetzt muss ich nur noch eine Strategie finden, um möglichst viele Leute dazu zu bringen, einen Schlüssel machen zu lassen. Hmmmmm… Schlüssel stehlen?
P.S. Wenn jetzt jemand kommt von wegen: “Ja aber in der Praxis, bla bla bla” kriegt ein Blog-Leseverbot!
Diese Nacht wurde ich nicht vom Wecker geweckt, sondern von einem ungewöhnlichen Knistern. Kurz darauf folgte der Gestank von Rauch.
Tja, da muss man halt schon mal ein Auge raus werfen um zu sehen ob einem die eigene Hütte abfackelt oder ob der Nachbar mitten in der Nacht eine Grillparty veranstaltet.
Es stellte sich heraus, dass ein paar Häuser weiter ein Dach lichterloh brannte.
Ja, ich werde meine Fenster mal reinigen müssen und werde das nächste mal nicht mehr im Makro-Modus fotografieren.
Im Minutentakt trudelten Feuerwehrautos ein. Das ganze schien mir echt ziemlich gut organisiert und jeder wusste was zu tun war. Und das Morgens um 5. Es trudelten auch die ersten Gaffer ein, die in Trainermontur und Hausschuhen aus allen Gassen kamen.
Ich meine, ja, ich hab das ganze auch beobachtet, wäre jetzt aber nicht extra nach draussen gegangen falls ich von drinnen keine freie Sicht auf den Brand hätte. Wobei man schon sagen muss, so ein Riesenfeuer hat schon irgendwie faszinierend, aber katastrophal zugleich.
Jedenfalls herrschte starker Wind und die Glut flog in meine Richtung. Ich wollte also sicher sein, dass die Situation unter Kontrolle war, bevor ich mich wieder ins Bett verkroch.

Wenigstens stellte sich heraus, dass das Haus zurzeit wegen Renovierungsarbeiten leer steht und somit wohl niemand zu Schaden kam.
Wenn ihr schon immer mal sehen wolltet, wie ich tanze, dann ist heute euer Glückstag. Hier könnt ihr mir nämlich stundenlang zusehen.

Heute klingelte es an meiner Haustüre. Das ist sehr ungewöhnlich. Entweder erwarte ich ein Paket vom Pöstler oder sonst hat eigentlich Niemand unangekündigt bei mir zu klingeln.
Mit grösster Vorsicht ging ich also zur Tür. Gefasst auf eine Zombieinvasion: Die Axt schwungbereit in der rechten Hand. Ich sehe ausser Zombies keine andere mögliche Situation die vor meiner Tür warten könnte.
Ich öffne die Türe, während dem ich mit der Axt aushole und den absolut ultrabösen Killerblick aufsetze. Der Blick kann Kinder während Monaten den Schlaf rauben und sie werden sich nie im Leben wieder getrauen jemandem in die Augen zu schauen.
Tja, das war dann Pech, denn es standen tatsächlich zwei Mädchen (jetzt seelische Wracks) vor meiner Türe und wollten Geld sammeln.
Für den fucking Bartgeier!
Klar, Spenden sind immer wichtig und kann man für alles gut einsetzen. Wenn aber gerade so was wie die Pakistanflut aktuell ist, fällt es einem schwer, Geld für einen Vogel zu spenden, der in einer gewissen Region vom Aussterben bedroht ist.
Das war aber eigentlich gar nicht das Problem, denn ich liebe Bartgeier! Die sind super. Die können sogar fliegen und so. Bartgeier 4 EVER!
Das Problem war, dass ich nur eine Hunderter-Note im Portmonee hatte und eigentlich dringend aufs WC musste. Axt-Schwingend lehnte ich die Bitte ab. Ende.
Wundersamerweise konnten wir am letzten Tag unser Auto wieder unversehrt in Edinburgh zurück geben. Das navigieren innerhalb der Stadt war dabei definitiv die heikelste Autofahrt der gesamten Reise. Zwei mal wurden wir von anderen Autofahrern angehupt… wieso auch immer.
Nach einer letzten Übernachtung in der Jugendherberge hiess es am Morgen ganz früh aufstehen. Einen einzigen Vorteil hatte das noch. Morgenröte.

Das wars dann aber schon wieder von den Reiseberichten. Aber ich werde ja bestimmt wieder weg gehen. Bis dahin darf man hier auch ruhig weiterlesen 
Ihr könnt mir natürlich auch ganz viel Geld spenden, dann reise ich für euch irgendwo hin und berichte dann darüber. Fände ich eine Superidee.
Zurück in Edinburgh bekamen wir wieder ganz schön viele Strassenkünstler zu sehen. Unter anderem dieser Zauberer/Magier/Whatever, der versuchte sich aus einer Zwangsjacke zu befreien.

Betonen müsste man im vorherigen Satz das Wort “versuchen”. Das Ganze endete nämlich in einer recht peinlichen Aufführung.
Eine Zwangsjacke hat nämlich den Zweck, dass man sich nicht davon befreien kann. Und genau diesen Zweck erfüllte sie auch hier. Der Künstler konnte sich noch so erbärmlich am Boden herum winden und die Jacke mit Schweiss vollsaugen lassen. Es half alles nichts. Fremdschämend schauten wir dem “Wurm” über 15 Minuten lang zu, bis er dann resignierte und jemanden im Publikum bat, die Gurte weniger eng zu schnallen.
Dann ging es nochmals rund 5 Minuten bis er dann wirklich wieder all seine körperlichen Freiheitsgrade erlangt hatte.
Einen kleinen Applaus gab es dann trotzdem. Geld aber nicht. Die Ausrede war im übrigen: “Es ist eine ganz neue Zwangsjacke”.
Scheinbar, denn sie funktionierte noch Einwandfrei….
So, ich bin mit meinen 2-Wochen-Timeshift ein wenig aus der Bahn geraten. Ausreden gibt es da wohl keine, ausser:
Ich hab einen neuen turbomässigen Ultra-Ass-Kicking PC from Hell + es war schlecht Wetter + Ich hab schon lange nicht mehr gezockt + Assassins Creed II ist schon noch gut + Ich musste all meine Farbstifte wieder mal spitzen + Ich musste meine Wohnung umbauen, sprich: Einen Vorhang mit Klebeband neu anmachen weil die bisherige Konstellation der Schwerkraft zum Opfer gefallen ist.
Nun aber zurück zur Reise. Langsam mussten wir wieder Richtung Edinburgh fahren. Also taten wir das auch.
Wir wurden erstmals in einen Stau involviert weil, und jetzt kommt das Problem. Es gibt kein “weil”. Wir haben beim besten Willen nicht herausgefunden was den Stau verursachte… plötzlich ging es einfach wieder weiter.
Ein wenig verspätet kamen wir dann in Dundee an. War auch nicht schlecht die Stadt. Das viele Fotografieren hatten wir allerdings langsam satt und so gibt es jetzt hier genau nur ein Foto:

Die grosse Szene erlebten wir allerdings am Abend. Nichts Ahnend machten wir es uns in einem stylischen Retrostyle-Restaurant gemütlich. Wenig später folgte dann ein “Paar” und ihre 3 Kinder. Ich habe hier “Paar” absichtlich in Anführungszeichen geschrieben, denn wenn die zu diesem Zeitpunkt nicht bereits getrennt lebten, dann tun sie das unterdessen bestimmt.
Die Kinder (ca. zwischen 5 und 7) waren überhaupt nicht das Problem. Sie verhielten sich verhältnismässig ruhig und fragten bei dem Kellner eigenständig nach Farbstiften und Zeichenvorlagen, mit denen sie sich dann lange beschäftigen konnten.
Bei den Eltern sah es irgendwie anders aus. Die stritten unermüdlich miteinander bis der Mann resignierend den Kopf in seine Hände legte und die Frau mit den Tränen kämpfte. Immer alles schön vor den armen Kindern.
Man sah am Umgang der Eltern auch an, dass sie irgendwie mit den Kindern überfordert waren. Das, obwohl ich immer noch der Meinung bin dass die sich sehr gut aufführten.
Während dem Essen telefonierte dann die Frau mal gut 10 Minuten mit ihrer Mutter (soweit ich das mitbekommen habe). Dann wurde wieder wegen kleinsten Kleinigkeiten das Kriegsbeil ausgegraben.
Irgendwie hat die Frau dann bemerkt, dass die ganze Szene von uns nicht unerkannt blieb und wendete sich an uns mit folgender Ansprache:
“Hey Guys, bleibt unbedingt Single! Als ich noch Single war hatte ich ein super Leben aber jetzt ists einfach Scheisse. Und auf keinen Fall Kinder! Glaubt mir, ich weiss wovon ich rede”
Und das sagt die vor ihrem Mann und den Kindern… DEN KINDERN verdammt nochmals. Die Armen… soll ich die gleich adoptieren?
Ich antwortete mit der einzigen Antwortmöglichkeit die mir in dem Moment einfiel: Ein ich-nehms-mal-zur-Kenntnis-aber-hab-keine-Lust-über-den-Bullshit-den-du-gerade-rausgelassen-hast-zu-diskutieren “Mkay” und wendete mich wieder ab.
Kurz darauf verliessen wir das Lokal und verabschiedeten uns mit einem kurzen “bye”. Das nenn ich mal eine Familienkrise.